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Ziele des Studiums

Das Bachelor-Studium des hochschulübergreifenden internationalen Studiengangs Digitale Medien in Bremen vermittelt Grundkenntnisse und Fertigkeiten in den für die Digitalen Medien relevanten Bereichen der Gestaltung, der Informatik und der Medientheorie. Es zielt auf die Befähigung zum selbständigen Lernen, Arbeiten -- und Denken.

Im Zentrum des Studiums steht damit keine Anwenderschulung in Mediensoftware wie Adobe Flash oder Autodesk 3ds Max. Vielmehr sind der wissenschaftliche, technische und künstlerisch-gestalterische Überblick und Hintergrund gefragt, Hand in Hand mit einer entsprechend fundierten Methodik. Die Absolventinnen und Absolventen sollen in der Lage sein, auch komplexe und neuartige Probleme in den digitalen Medien und verwandten Bereichen zu lösen.

Das Studium ist in zwei Studienrichtungen möglich: Die Studienrichtung Mediengestaltung wird von der Hochschule für Künste angeboten und legt einen Schwerpunkt auf gestalterisch-künstlerische Aspekte. Diese Studienrichtung wird mit einem Bachelor of Arts (B.A.) abgeschlossen. Medieninformatik wird von den übrigen drei Standorten angeboten: der Hochschule Bremen, der Hochschule Bremerhaven und der Universität Bremen. Hier liegt der Schwerpunkt auf technisch-informatischen Aspekten; der Abschluss ist ein Bachelor of Science (B.Sc.).

Zulassungsvoraussetzungen

Die Zahl der Studienplatze ist begrenzt. Die Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber erfolgt an der Hochschule Bremen, der Hochschule Bremerhaven und der Universität Bremen zum weitaus größten Teil in der Rangfolge der Durchschnittsnote des Schulabschlusses, zu einem kleineren Teil in der Rangfolge der Wartezeit (Details siehe Vergabe der Studienplätze). An der Hochschule Bremen werden in der Durchschnittsnote die Fächer Deutsch und Mathematik stärker gewichtet; an der Universität Bremen gilt dies für informatiknahe und künstlerische Fächer.

Wer die Studienrichtung Mediengestaltung der Hochschule für Künste belegen will, muss eine künstlerisch-gestalterische Eignungsprüfung erfolgreich absolvieren. Ein nachträglicher Wechsel zur Studienrichtung Mediengestaltung aus der Studienrichtung Medieninformatik heraus ist nur in seltenen Ausnahmefällen unter strenger Prüfung möglich.

Als Zugangsberechtigung zum Studium dient in praktisch allen Fällen an der Hochschule für Künste Bremen und an der Universität Bremen das Abitur (Allgemeine Hochschulreife), an der Hochschule Bremen und an der Hochschule Bremerhaven das Abitur oder die Fachhochschulreife. An der Hochschule Bremen wird außerdem der Nachweis von englischen Sprachkenntnissen auf dem qualifizierten Niveau des Abschlusses der Fachhochschulreife verlangt (Note 3,0 in Klasse 12 oder äquivalent).

Anforderungen

Alle Studieninteressentinnen und -interessenten werden dringend gebeten, mindestens einen Tag probezustudieren, um die Anforderungen persönlich und im Gespräch mit Studierenden und Lehrenden zu erfahren.

Programmierkenntnisse werden zu Beginn des Studiums nicht vorausgesetzt. Unerlässlich ist aber für alle Interessentinnen und Interessenten -- auch in der Studienrichtung Mediengestaltung -- die Bereitschaft, sich intensiv mit den Grundlagen der Programmierung in Theorie und Praxis auseinanderzusetzen. Dies verlangt abstraktes, logisch-formales und streng strukturiertes Denken. Insbesondere im dritten und vierten Semester gibt es gemeinsame Informatikveranstaltungen für Studierende beider Studienrichtungen, Medieninformatik wie Mediengestaltung. Um diese erfolgreich zu absolvieren, müssen auch die Studierenden der Mediengestaltung über hinreichende Fertigkeiten in der Programmierung verfügen.

Interessentinnen und Interessenten, die noch keine Erfahrung im Umgang mit Programmiersprachen haben (HTML ist keine Programmiersprache), sollten sich unbedingt für einige Wochen die Sprache Java oder C# ansehen. So können sie eine Idee gewinnen, mit welchen Werkzeugen sie im Studium täglich beschäftigt sein werden. Passende Einsteigerliteratur findet sich zuhauf im Internet wie in allen Buchhandlungen.

In der Studienrichtung Medieninformatik werden robuste Mathematikkenntnisse benötigt. Interessentinnen und Interessenten, die nicht oder nicht mehr wissen, was 3 geteilt durch 1/100 ergibt oder was der Zehnerlogarithmus von 1000 ist, sollten nicht nur die vor dem ersten Semester angebotenen Mathematik-Auffrischungskurse besuchen, sondern zusätzlich intensiv vorarbeiten. Das gilt insbesondere, wenn der Schulabschluss länger zurückliegt.

Das Studium verlangt den sauberen Umgang mit Sprache. Denn zum einen ist es wissenschaftlich angelegt, basiert also darauf, Argumentationsketten korrekt zu bilden und verständlich darzustellen. Und zum anderen fordert die Projektorientierung eine klare Kommunikation im Team, oft in Form schriftlicher Dokumente.

Gute Englischkenntnisse sind schon zu Studienbeginn nötig. Es gibt im Studiengang Digitale Medien keinen verpflichtenden Englischunterricht mit Prüfungen. Vielmehr haben die Studierenden gute englische Sprachkenntnisse (das sogenannte Niveau C1) anhand eines standardisierten Tests nachzuweisen (z.B. TOEFL oder IELTS mit entsprechender Punktzahl). Ein solches Zertifikat darf in den ersten Semestern nachgereicht werden; dazu werden vom Fremdsprachenzentrum kostenpflichtige Kurse angeboten, an der Hochschule Bremerhaven auch kostenfreie. Diese Kurse setzen aber ebenfalls hinreichend Substanz zu Beginn voraus.

Die wesentlichen Erfolgsfaktoren in diesem Studiengang sind Hartnäckigkeit und zielgerichtetes Vorgehen bei der Lösung von Problemen. Oft handelt es sich um komplexe gestalterische, technische und/oder theoretische Aufgaben, die sich nicht im Vorübergehen lösen lassen, sondern Recherche, (durchdachte!) Experimente, Kreativität und schlicht Arbeit verlangen.

Das Studium ist als Vollzeitstudium angelegt. Durch den modularen Aufbau kann es im Prinzip auch in Teilzeit durchgeführt werden, allerdings gegebenenfalls mit nachteiligen Folgen etwa bei Ausbildungsförderung und Gebühren. Das Auslandssemester ist nur schwer mit einer parallelen Berufstätigkeit zu verbinden.

Der Umfang des Studiums ist so angesetzt, dass er drei Jahren einer regulären Berufstätigkeit mit wenigen Wochen Urlaub pro Jahr entspricht. Die vorlesungsfreie Zeit (Semester"ferien") wird für Projekte, Blockveranstaltungen und zur Prüfungsvorbereitung genutzt. Der Stundenplan mit vielleicht nur 20 Stunden Unterricht pro Woche enthält nicht die Arbeitszeit außerhalb der Veranstaltungen. Sie beträgt typischerweise noch einmal das Doppelte der im Stundenplan ausgewiesenen Zeit.

Aufbau des Studiums

Das sechssemestrige Studium Digitale Medien im Bachelor-Studiengang ist weitgehend flexibel ausgelegt. Nach verpflichtenden Grundlagenveranstaltungen zu Beginn des Studiums folgen Aufbau- und Vertiefungsveranstaltungen, ein Bachelorprojekt und ein Bachelor Report, der das Studium abschließt. Das Studium ist modular aufgebaut -- nach dem Rahmen des European Credit Transfer System (ECTS). Das Studium umfasst 180 Credit Points (CP), wobei ein CP einem geschätzten Arbeitsumfang von 30 Stunden entspricht.

Die Grundlagensemester, typischerweise das erste und zweite Semester, werden weitgehend durch Einführungsmodule in die Informatik, die Gestaltung und in die Digitalen Medien belegt. Ziel ist es, ein allgemeines Verständnis der Ansätze, Technologien, Begriffe und Methoden zu schaffen und so den Erfolg der darauf aufbauenden Veranstaltungen zu ermöglichen. So werden Programmierkenntnisse erworben, gestalterische Übungen durchgeführt und ein begriffliches Fundament für Reflexion über Medien gelegt.

Die Aufbau- und Vertiefungssemester sind durch Wahlpflichtmodule sowie das Auslandssemester, das Bachelorprojekt und die Bachelorarbeit geprägt. Hier ist eine individuelle Schwerpunktwahl möglich.

Das Auslandssemester ist ebenfalls verpflichtend. Sein Zeitpunkt kann frei gewählt werden, findet aber üblicherweise zwischen dem dritten und dem fünften Semester statt. Es stehen kostenlose Austauschplätze an weltweit mehreren Dutzend Partneruniversitäten weltweit zur Verfügung -- auf Wunsch kann das Auslandssemester auch an einer anderen Hochschule im fremdsprachigen Ausland stattfinden.

Das Bachelorprojekt bildet einen Schwerpunkt des Studiums. Innerhalb von zwei Semestern wird ausgehend von einer gegebenen Problematik der komplette Entwicklungsweg eines prototypischen komplexen Mediensystems durchlebt: Konzeption, Entwicklung und Evaluation. Dabei gewährt der betreuende Hochschullehrer einen weiten Entscheidungsspielraum -- das Ergebnis eines Projektes hängt von seinen Teilnehmenden ab.

Die Bachelorarbeit beansprucht in der Regel knapp die Hälfte der Arbeit eines Semesters und schließt das Studium ab. Mit dieser Einzel- oder Gruppenarbeit soll die Fähigkeit zur selbständigen Arbeit und Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der Digitalen Medien gezeigt werden. Themen ergeben sich entweder aus dem vorherigen Bachelorprojekt, werden aus Angeboten von Betreuern ausgesucht oder lassen sich frei wählen.

Die Verpflichtung zu einem zwölfwöchigen Betriebspraktikum gilt nur für Studierende, die vor dem Wintersemester 2006/07 eingeschrieben wurden (vgl. Prüfungsordnung). Es wird normalerweise in der vorlesungsfreien Zeit in einem anerkannten Ausbildungsbetrieb absolviert. Ziel ist es, neben der Hochschulausbildung einen Eindruck von professioneller Arbeit und der Realität von Medienumgang zu erfahren.

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 04 September 2007 )